Die hybride afrikanische Identität

Die Akzeptanz ein anderer Mensch zu sein, heißt der Verzicht auf seine Wurzeln, Geschichte und Identität. Um seiner eigenen Identität neue Geltung zu verschaffen ist es notwendig zu erkennen, dass es jedem ohne eigene geschichtliche Identität schwer ergeht. Die Neuerfindung der eigenen Identität gleicht sich dem Kräuter-Tourismus in Asien, zum einen möchte man in den Besitz exotischer Originale kommen, zum anderen möchte man den alten Zustand wiederherstellen. Es ist auch wie bei einem Nordamerikaner, der seine afrikanischen Wurzeln in der Republik Kamerun zurückverfolgt.

Afrikaner, die von ihrem Kontinent vertrieben wurden, könnten sich in einem lebenslangen Kampf befinden. Diese These resultiert aus der Annahme, dass aufgrund ihrer Geburt oder sozialen Unsicherheit, Afrikaner dazu angehalten wurden Veränderungen ihrer Kultur in einer anderen Gesellschaft hinzunehmen und sich anzupassen.

Es erfordert eine grundlegende Neubewertung des Make-Ups der eigenen Gestalt, seine Persönlichkeitsveränderung in einer anderen Gesellschaft zu akzeptieren.

Es ist zweifelhaft, ob einige Westinder sich als Afrikaner sehen können, vor allem, wenn sie nicht die afrikanische Kosmologie akzeptieren wollen. Dementsprechend können auch diese nicht verstehen, warum das Aneignen eines bestimmten Akzents einer Sprache ein Umgehen der Neugierde sein könnte. Aber verweigern Afrikaner ihren Akzent, so verleugnen sie sich selbst.

Für einige Afrikaner, die in der Diaspora leben ist es wichtig sich, aufgrund des sozialen Drucks des afrikanischen Ethos anzueignen. Sind wir jetzt etwa hilflos, da wir zu Hybriden geworden sind? Daher ist die destruktive Begegnung der Selbstverleugnung für die Heilungskontinuität nicht förderlich.

Aufgrund des Analphabetismus im Register der afrikanischen Sprache und dem afrikanischen Verhalten haben Kinder der Diaspora Schwierigkeiten zwischen zwei Kulturen zu leben. Selbst die, die auf diesem Kontinent erzeugt und zur Welt gebracht wurden beherrschen nicht ihre Muttersprache. Ich frage mich nun, ob es seine Vorteile hat eine hybride Identität zu besitzen.

Ich würde es mit der Geschichte einer weißen Frau vergleichen, die mit einem afrikanischen Mann verheiratet war. Damals war es Mode für die Frauen aus der ehemaligen UdSSR, afrikanische Männer zu heiraten, um dem kommunistischen Autoritarismus zu entkommen.

Sie allein, unter den vielen von ihnen, opferten ihr originales Selbst, um sich der angeheirateten Verwandtschaft anzupassen. Als der Mann starb, blieben sie dort mit den Kindern. Genauso passierte es der in Österreich geborenen Suzanne Wenger (1915-2009), sie lebte und verehrte einheimische Gottheiten und starb in Osun Oshogbo, im Süd Westen von Nigeria.

Hier in Nigeria hat Suzanne ihre neue soziale und geistig DNA gefunden. Sie beherrschte die Sprache und brauchte daher keine Körpersprache, um zu kommunizieren. Sie lebte positiv, mühelos und völlig integriert in die Yoruba-Kultur. Auf diese Weise verstand sie Yoruba Kosmologie und verlor ihre kaukasische Identität.

Sie nahm Itutu an, eine der Säulen des geistlichen Yoruba und Igbo Religionsphilosophie vom 15. Jahrhundert. Sie war nicht wie Frank Fanon (1952; Black Skin, White Masks, 1967), ein Schwarz- Franzose.

Fanon, ein schwarzer Mann aus Martinique lebte als Hybrid in einer ethnisch gemischten Gesellschaft mit französischen Werten und unterlag somit auch dem ständigen Kampf zweier Personen. Suzanne hat sich in ihrer Umgebung eingefunden, während Fanon als Hybrid schwebte.

Viele Afrikaner schweben wie Fanon in ihrer Heimat oder in der Diaspora. An irgendeinem Punkt könnte der Kampf zermürbend sein.

Für alle Afrikaner wird es Zeit und notwendig effektiv nach einer neuen Identität zu suchen und sich von der alten übernommenen zu befreien. Denn in einer Welt, wo unsere Kinder in der digitalen Welt, die überwiegend westliche Eigenheiten aufweist, nach ihrer eigenen Identität suchen, landet die hybride Identität in einer kulturellen Sackgasse.